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Was ist eigentlich Coaching und vor allem: was ist erfolgreiches Coaching? Coaching ist für mich in erster Linie eine Denkweise, und weniger eine Ansammlung von Techniken. Coaching zu erlernen bedeutet für mich vor allem, die Grundlagen menschlicher Wahrnehmung, Interpretation (des Wahrgenommenen) und Handelns (aus dieser Interpretation heraus) zu kennen.
Das Problematische dabei ist, dass wir Gedanken nicht sehen können. Ja, nicht einmal der Denkende kann (genau) sagen, was er da denkt. Wie also soll es der Coach tun?
Die Forschung behilft sich mit Annahmen, aus denen dann Versuchsaufbauten konstruiert werden. Sie „beobachtet“ dann die Gedanken mit bildgebenden Verfahren wie der Computer Tomographie. Sie entwickelt Thesen, die es zu belegen oder zu widerlegen gilt – eben mit wissenschaftlichen Methoden. Schwierig, zumal noch nicht einmal klar ist, ob das Gehirn tatsächlich der Speicher unseres Wissens ist oder nur der Prozessor, der das Wissen koordiniert.
Auch die Frage nach unserer Persönlichkeit, was sie ist und wie sie entsteht, soll so geklärt werden. Ist sie vorbestimmt (göttlich oder genetisch) oder wird sie durch Erfahrungen (Erziehung und Wahrnehmung) erst gebildet? Ist sie weitestgehend stabil oder veränderbar?
Die letztendliche Entschlüsselung der Persönlichkeit wird aus meiner Sicht immer eine individuelle Sache bleiben.
Genauso ist Coaching stets eine individuelle Sache, die sich zwischen Coach und Coachee abspielt. Immerhin begeben sich zwei (oder mehr) Menschen in einen Prozess, an dessen Ende eine wie auch immer geartete Lösung stehen soll. Dabei sind diese Menschen nicht nur alleine durch den Auftrag verbunden. Immer wieder höre ich, dass bei einem Coach ganz bestimmte Themen auflaufen (Missbrauch, Mobbing, Ausgrenzung, etc.). Sei es, dass er durch seine Vergangenheit (und damit Erfahrung) selbst Betroffener dieser Themen war oder sei es, dass er es immer noch oder gerade im Moment ist.
Im ersten Fall kennt er einfach das Muster der Problematik. Hier bietet sich für ihn die Möglichkeit, seine frühere Opfer-Situation zu transformieren, in dem er seine (negativen) Erfahrungen anderen zur Verfügung stellt.
Im zweiten Fall hat er die Möglichkeit, seine Problematik mit Hilfe des Klienten zu Reflektieren und zu ebenfalls lösen.
In beiden Fällen stehen natürlich der Klient und die Lösung seiner Situation im Vordergrund.
Sich jedoch nicht einfach als „den Experten“ zu betrachten, der Kraft einer Ausbildung oder einer bestimmten Technik eine Lösung aus dem Hut zu zaubern hat, sondern vielmehr als teil eines Prozesses zu betrachten, der genauso von selbigen profitiert, stellt den Coach und das Coaching in ein ganzheitliches Licht.
Auf diese Art profitieren beide Parteien eines Coachings in ungeahnter Weise und haben die Möglichkeit durch den Prozess ein Stück heiler zu werden. Und auch, wenn es aus juristischen Gründen schwierig ist, als Coach mit dem Wort „Heilung“ zu hantieren (ohne eine entsprechende „Erlaubnis zur Heilung“ zu haben), ist es das einzig richtige Wort für das Ergebnis eines jeden Zusammentreffens zweier oder mehrerer Menschen.
Letzten Endes geht es dann immer darum, sich selbst ein Stück näher zu kommen.
Tbc – Joachim Letschert/PegasusZentrum
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