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Stichwort: Masse statt Klasse, eng verbunden mit dem Thema Bio für alle. Geht das überhaupt?
Bio für alle würde gleichzeitig bedeuten: Masse statt Klasse und schon ist es nicht mehr Bio!, jedenfalls nicht in dieser industriellen Produktionsstruktur.
Da beißt sich die Katze in den Schwanz.
Diese Entwicklung beobachten wir in der Tat.
Man kann nicht einfach die industriellen Methoden dem Bio-Anbau überstülpen, sprich chemischen Pflanzenschutz ersetzen durch biologischen Pflanzenschutz, oder synthetische Düngemittel durch Organische.
Wer Echt Bio erzeugen will, muss lernen sich der Natur anzupassen und nicht die Natur auszubeuten, sonst geht das schief.
Und dazu braucht der Bauer Herz, einen gesunden Verstand und die richtige Portion Idealismus.
Das ist es was die Manager der Lebensmittelketten nicht verstehen können, denn deren Welt funktioniert anders. Dort muss der Produzent funktionieren, dort geht es in erster Linie um das Geld und Produktion muss billig sein.
Dieses Verhalten hat die konventionellen Bauern in die industrielle Billigproduktion getrieben und viele, die sich nicht anpassen konnten zur Aufgabe gezwungen, oder gar in den wirtschaftlichen Ruin.
Die Strategie ist einfach und bekannt. Zuerst werden die Produzenten vom Konzern abhängig gemacht, in dem er ihnen den überwiegenden Anteil deren Ernte abkauft. Dann wird der Preis gedrückt bis an die Schmerzgrenze.
Das ist einer der Gründe, weswegen die alternative Landwirtschaft gute Zuwachsraten verzeichnen konnte. Z.B. Aussteiger, die die Nase voll hatten von Chemie und künstlichem Dünger. Bauern, die sich nicht mehr gängeln lassen wollten von den Einkäufern der Konzerne, die dessen Produkte schlecht redeten und die Preise drückten.
Bio hat Einzug in den Supermärkten und Discountern gehalten. Bio (dem Namen nach) billiger zu produzieren wurde möglich durch die Einführung der EU-Bioverordnung im Jahre 1991.
Eine Verordnung, die es geschafft hat eine einheitliche Kontrolle einzuführen und den Schutz der Bezeichnung Bio und Öko. Nur wurde eben mancherlei Kompromiss gemacht, und was entstand war der kleinste, gemeinsame Nenner. Und dieser ist unserer Meinung nach zu wenig für „Echt Bio“.
Die kürzlich durchgeführte Rundum Erneuerung der Verordnung soll dem industriellen Bio-Anbau weiter den Weg ebnen und zielt jetzt mehr noch darauf ab Bio noch billiger produzieren zu können. Man wollte gar den Bio-Verbänden nicht mehr erlauben mit ihrem renommierten Verbandszeichen (z.B. Bioland, Demeter, Naturland) werben zu können. Dies wäre ein Desaster gewesen für alle „echten“ Bio-Anbauer und konnte zum Glück in letzter Minute verhindert werden.
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