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    Richard Dawkins hat mit seinem Buch „Der Gotteswahn“ wieder einmal die alte Frage nach der Existenz Gottes aufgeworfen. Um es vorweg zu nehmen: Ich empfehle dieses Buch jedem, der sich für das Leben, für englischen Humor, für bissige (um nicht zu sagen: verbissene) Kommentare und nicht zuletzt für Gott interessiert. Der einigermaßen intelligente Gottesgläubige wird sich durch die polemische Kampfschrift (gegen wen kämpft Dawkins eigentlich wirklich?) nicht abschrecken lassen und der Atheist wird sich bestätigt fühlen. Der Rest hat kein überzeugendes, aber kurzweiliges Buch in Händen, das ihn bestenfalls sogar anregt, hie und da öfter die Dinge zu hinterfragen, als er das bisher getan hat. Eigentlich nur Gewinner (vom Autor mal ganz abgesehen, aber das sei ihm doch auch gegönnt).

    Ersatz für Vater und Mutter

    Bevor ich die eingangs erwähnte Frage stelle, habe ich als Therapeut noch mal ein etwas weltlichere: Warum glauben wir an Vater und Mutter?
    Warum sollen Vater und Mutter etwas so besonderes sein, nur weil wir Ihren Genpool in uns tragen und von Ihren Glaubensmustern und Verhaltensweisen beeinflusst wurden und werden. Warum glauben Kinder immer noch an Ihre Mutter und ihren Vater, obwohl sie von ihm oder ihr schlecht behandelt oder gar misshandelt wurde. Warum buhlen sie trotzdem um ihre Aufmerksamkeit und halten bis zum Schluss hoch und erheben sie in diesen unantastbaren „Gottesstatus“.
    Sind Vater und Mutter vielleicht „auch nur“ psychologische Gebilde, die uns Schutz und Geborgenheit versprechen, oder wir sie per Geburt einfach von ihnen erwarten?
    Und wie schaut es mit Gott aus, den Übervater oder die Übermutter, die (noch viel mehr als unsere Eltern) die schützende Hand über uns hält? Gott, der uns selbst bei unserem Tod noch helfen kann, uns aufnehmen kann in seinen Schoß und so garantiert, dass wir eben nie sterben. Tod als Heimkommen zu dem, der uns auch auf die Erde gesandt hat, unsere Erfahrungen zu machen, um uns dann wieder zu sich zu nehmen.

    Ewiger Beschützer und Lebenretter

    Vielleicht ist es diese dem Menschen immanente Angst vor dem Tod, der unweigerlichen Auslöschung dessen, was wir sind und was wir geleistet und geschaffen haben, die uns glauben oder hoffen lässt, das es da noch etwas größeres geben möge. Etwas, dass uns Weiter- und Wiederleben lässt, dass uns beschützt, was auch immer passiert.
    Insofern nimmt uns Gott ein Stück Angst. Er erklärt das, was nicht zu erklären oder nur sehr trocken mit dem Wort „Ende“ zu beschreiben ist. Sicher, es gäbe andere Möglichkeiten außer Gott, das zukünftige aber ziemlich sichere Ende unseres Lebens psychologisch zu verkraften. Der Buddhismus lehrt uns beispielsweise die Reinkarnation (meistens auch nicht ganz ohne das zutun von Göttern). Doch, mal ehrlich, dann können wir auch gleich an einen Gott glauben. Die Wahrscheinlichkeit und vor allem die Beweisbarkeit der Reinkarnation sind vermutlich ähnlich schwierig, wie die eines Gottes, der all dies steuert.
    Bei alledem verstehe ich auch nicht so wirklich die gerade wieder etwas losgetretene Diskussion um Gott. Was ist so verkehrt daran, das Wunder des Lebens und die (erst einmal doch berechtigte) Angst vor dessen Ende mit einem Gott zu erklären, der das eine erschaffen und uns vor dem anderen (irgendwie) retten kann.

    Der Gott der Wissenschaft

    Die Hauptkritik Dawkins geht somit auch eher in die Richtung der Religion, die den begriff „Gott“ für sich in Anspruch nehmen, nicht zuletzt, um Macht zu generieren. Sicher, dafür wurde und wird auch gefoltert und gemordet, ohne Rücksicht auf die Menschen, die dieser Gott zu schützen angetreten ist.

    Geht es allerdings alleine darum, dann müssen wir nicht nur Gott abschaffen, in dessen Namen gemordet wird, sondern zu allererst Konsum und Geld, Öl und Wirtschaft und nicht zuletzt die Wissenschaft selbst, die in nicht zu geringen Ausmaße korrupt genug ist, ebensolche Dinge zu tun, um Ruhm, Ehre und nicht zuletzt Geld und Macht zu bekommen.
    Und schließlich argumentiert eine Wissenschaft auch nur nach denen von ihr aufgestellten Regeln, die allerdings per Definitionem richtig und objektiv sind, da in Vivo (manchmal meistens und meistens manchmal) Beweisbar. Hier trägt Gott eben einen weißen Kittel. Manchmal darf er kritisiert werden, und manchmal hat er eine solche Macht, dass ein Angriff (zumindest gesellschaftliche) Vernichtung des Angreifers nach sich zieht.

    Gott im Klientengespräch

    Im Klientengespräch hat Gott - oder die spirituelle Ebene - eine wichtige Funktion: Sie gibt dem unerklärlichen eine Erklärung. Wenn auch keine beweisbare, so doch zumindest eine wirkungsvolle, eine beruhigende Erklärung, mit der für manche Menschen überhaupt erst ein Weiterleben möglich ist. Wichtig dabei ist aus meiner Sicht, dass dieser Gott ein individueller ist, der „nur“ meine Bedürfnisse zu erfüllen hat. Und dieser Gott sollte fest genug sein, jedem anderen Bild von Gott ebenso stand zu halten. Ansonsten kommt es eben zu diesen Kriegen, deren Sinn es ist, ein einziges Gottesbild zu manifestieren, bestenfalls das der jeweils kriegerischen Parteien. Und dann verliert auch Gott wieder seinen eigentlichen Sinn, eben das Unerklärliche zu erklären, solange es durch nichts anderes zu erklären ist.

    Die Suche nach Gott kann uns also lehren,

    1. dass wir nicht der Erschaffer des Universums sind, sondern dass es eine (wie auch immer geartete und funktionierende) Kraft gibt, die uns lenkt und der wir erst einmal nichts entgegenzusetzen haben außer einer gewissen Demut.

    2. dieses Etwas, diese Kraft, diesen Gott als einen individuellen anzusehen, der für jeden einzelnen Menschen mit ganz bestimmten Funktionen belegt ist, je nach dem, in welchem Kontext er sich befindet. Jede andere Erklärung ist genauso gut (wenn auch naturgemäß manchmal schwer zu verstehen).

    Gott als Lückenbüßer

    Wenn man es so bezeichnen will, dann: Ja!
    Gott kann so etwas wie ein Lückenbüßer sein und ist es sicher auch hie und da. Er hält als Erklärung für das hin, was wir nicht beschreiben können oder mit konventionellen Mitteln (wie der Wissenschaft) nicht beschreiben wollen. Er gibt uns eben da Trost, wo wir auf molekularer oder quantenphysikalischer eben keinen Trost finden – und was kann daran falsch sein?

    Die Wissenschaft verfährt hierbei nicht anders. Sie entwickelt – auf Ihrer Ebene – Theorien, die zum jetzigen Zeitpunkt am besten beschreiben können, was nicht beschreibbar ist. Sie nimmt dabei in Kauf, dass diese Theorien zu einem späteren Zeitpunkt wieder als falsch verworfen werden, um plausibleren zu weichen. Auch in der Wissenschaft werden Dogmen über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte von verkrusteten Strukturen aufrecht erhalten. Und wer will behaupten, dass die Ärzte von Heute nicht die Pfuscher von Morgen sind, weil sie das ein oder andere Dogma, das existiert, eben einfach nicht aufgegeben wollten.

    Gott als Entwicklungshelfer

    Und schließlich ist Gott für viele Menschen mittlerweile mehr eine Metapher als dieses menschähnliche Etwas, dass gerade die fundamentalen Religionen heraufbeschwören. Das zeigt mir einmal mehr, dass diese Kraft für uns eben nicht beschreibbar ist. Es ist, als wollten wir aus unseren drei Dimensionen heraus eine vierte oder fünfte Dimension beschreiben. Und so ist es im Gottesglauben wie im Wissenschaftsglauben: Nur, wer sich immer wieder selbst widerlegt und sich nicht damit zufrieden gibt, eine für immer (wenn auch meistens überhaupt nicht funktionierende) Theorie über dies oder das entwickelt zu haben, hat die Chance, der Frage nach dem Sinn und Zweck des Lebens näher zu kommen. Und diese Gemeinsamkeit teilen schließlich alle Menschen, ob Wissenschaftler, Priester oder beides – Gott sei Dank!

    Ihr

    Joachim Letschert
    Vom PegasusZentrum





     
      URL: http://www.pegasuszentrum.de
    12.11.2007
    11 : 35


     
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