Es gibt mittlerweile eine unüberschaubare Fülle an Naturmatratzen am deutschpsrachigen Markt. Das diese Produkte aus Naturmaterialien bestehen, sollte sicher teilweise genauer überprüft werden, aber wird hier als selbstverständlich vorrausgesetzt. Da es in letzter Zeit aber vermehrt Auslobungen auch auf die ökologische Herkunft der Materialien gibt, also Versprechungen wie Bio Öko oder aus kbA (kontrolliert biologischer Anbau), sollte folgendes als Verbraucher bedacht werden:
1. Auslobungen wie Bio, Öko, etc an textilen Produkten sind nicht von Gesetzgeber geschützt, sowie etwa Bezeichnungen wie Bio oder Öko etc auf Lebensmittel durch die EU Verordnung geschützt sind. Also es darf auf einem Lebensmittel nur dann Bio draufstehen wenn auch Bio nachweislich enthalten ist. Diesen Schutz gibt es momentan noch nicht für Textilien.
2. Nur Produkte mit einem GOTS (Global Organic TextileStandards) fähigen Label sind vertrauenswürdig, und sind nachweislich transparent von der Erzeugung der Rohstoffe bis zum Endprodukt zertifizert.
Worauf der Verbraucher achten sollte, sofern er interessiert ist ein Produkt zu kaufen, welches nachweislich ökologisch ist:
1. Wie erwähnt, es gibt eine ganze Reihe verheissungsvoller Auslobungen an textilen Produkten, welche immer dann fragwürdig bleiben, wenn nicht ein GOTS fähiges Label mit einer dazugehörigen Produkt- und Betriebszertifizierung des Herstellers vorhanden ist.
2. Auch ein Betriebszertifikat alleine, reicht nicht aus um für den Verbraucher sicher zu stellen das das gekaufte Produkt auch aus kontrolliert biologischer Erzeugung ist.
Als Endverbraucher scheint es schwierig zu sein sich eine transparenz zu verschaffen, aber es ist viel einfacher als angenommen:
Das wichtigste ist das am Produkt selbst ein GOTS fähiges Label angebracht ist. Im deutschprachigen Raum gibt es momentan nur 2 wesentliche: 1. das EKO sustainable Textile von CU und 2. das BEST Label von IVN. Beide sollten wie bereits erwähnt am Produkt selber angebracht sein und immer in Korrespondenz mit der dazugehörigen Lizenznummer des Herstellers stehen. Da teilweise mit Lizenznehmerschaften, Mitgliedschaften oder sogar mit selbst erzeugten Labeln geworben wird, aber auch selbst mit den vorher genannten Labeln (EKO/BEST) in Prospekten und Internetseiten der Eindruck erweckt wird, das es sich um ein ökologisch seriöses Produkt handelt, sollte beim Kauf nicht auf die Belabelung des Produktes selbst verzichtet werden. Nur die Lizenznummer in Verbindung mit dem entsprechenden GOTS fähigen Labeln sichert die Transparenz und Nachhaltigkeit.
Warum gibt es nun textile Produkte am Markt welche ökologisch ausgelobt werden, aber kein entsprechendes Label tragen?
Die Zertifizierungsmaßnahmen sind sehr umfassend und selbst für Hersteller von Textilien recht kompliziert, da eine eindeutige Transparenz geschaffen werden muß. Weiterhin ist ein Lizenznehmerschaft immer mit Lizenzgebühren und mit Kontrollgebühren verbunden. Das dürften die Hauptgründe für die fehlende korrekte Belabelung sein.