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Waehrend auf dem Atlantik rund 10.000 Tonnen Schweroel unaufhaltsam auf die bretonische Kueste zutreiben, droht eine noch groessere Oelkatastrophe: Die rund 20.000 Tonnen Schweroel, die sich noch immer in den beiden gesunkenen Wrackteilen des vor elf Tagen havarierten Oeltankers "Erika" befinden, koennen jederzeit auslaufen.
Greenpeace-Aktivisten ueberflogen mit einem Hubschrauber die Ungluecksstelle und beobachteten einen grossen Oelfilm an den Stellen, wo Rumpf und Heck versunken waren. Zur Zeit des Ueberflugs waren keine Schiffe vor Ort, es wurden keine Versuche unternommen, das Oel aus den in 120 Meter Tiefe liegenden Wracktanks zu bergen.
"Um der Natur und den Menschen in der Bretagne ein noch groesseres Uebel zu ersparen, muss das Oel in den Wracktanks geborgen werden", sagt Greenpeace-Sprecher Stefan Schurig, zurzeit vor Ort im franzoesischen Nantes. "Hauptverantwortlich fuer das Unglueck ist der Mineraloelkonzern Total Fina, der seine Fracht billig auf der „Erika“ transportieren liess. Total Fina muss jetzt das Oel im Wrack abpumpen lassen, bevor es austritt." Das Abpumpen aus 120 Meter Tiefe ist aufwendig, aber technisch moeglich. Der Rotterdamer Bergungsspezialist Smit-Tak hat der franzoesischen Regierung bereits ein entsprechendes Angebot unterbreitet. Dabei wuerden Kosten von taeglich rund 125.000 Dollar entstehen.
Der franzoesisch-belgische Oelmulti Total Fina leugnet bisher jede Mitverantwortung an dem Unglueck. Schurig: "Anders als 1989 bei der Havarie der „Exxon Valdez“ vermeiden es die Erdoelkonzerne heute aus Image- und Kostengruenden, die Oeltanker unter eigenem Namen fahren zu lassen. Das Erdoel soll solange anonym bleiben, bis es als Benzin aus dem Zapfhahn laeuft. Total Fina schiebt die Schuld den Reedern in die Schuhe, obwohl Unfaelle dieser Art durch die ruecksichtslose Transportpolitik der Oelkonzerne geradezu provoziert werden." Die ungeklaerte Haftung bei Schiffsungluecken ist einer der groessten Sicherheitsmaengel der Welttankerflotte.
Die bereits ausgelaufenen rund 10.000 Tonnen Schweroel treiben zurzeit etwa 60 Kilometer westlich der Ile d´Yeu in vielen einzelnen Oelteppichen auf die bretonische Kueste zu. Bei den jetzigen Windverhaeltnissen werden die ersten Felsen und Straende vermutlich am ersten Weihnachtsfeiertag oelverschmiert sein. "Wenn das Oel die Kueste erreicht, wird Greenpeace zusammen mit den anderen Helfern versuchen, so viel wie moeglich davon abzuschaufeln, bevor noch weitere Seevoegel und Meerestiere daran zu Grunde gehen. Schon jetzt werden hier viele oelverschmierte Seevoegel angespuelt," so Stefan Schurig.
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