| |
Der Deutsche Fussball-Bund (DFB) soll den in Sydney erzielten Umweltstandard auf die Fussball-Weltmeisterschaft 2006 uebertragen und verbessern. Dies forderte heute Greenpeace bei der Veroeffentlichung einer detaillierten Umweltanalyse der Olympischen Spiele in Sydney. Die dort geltenden Umweltrichtlinien sollen vor allem auch fuer Staedte gelten, die sich um die Austragung zukuenftiger Olympischer Spiele oder anderer internationale Sportwettkaempfe bewerben moechten.
Der Greenpeace-Report "Wie gruen sind die Spiele?" stellt die Erfahrungen aus der achtjaehrigen Vorbereitungszeit dar. Es wurde bewertet, inwieweit die Veranstalter die 1992 von Greenpeace aufgestellten Umweltrichtlinien fuer die diesjaehrigen Sommerspiele eingehalten haben. In der Bewertung spielt auch der internationale Standard der Umwelttechnik und der Solararchitektur eine Rolle.
"Dieses Dokument sollte eine Pflichtlektuere fuer jede Stadt werden, die sich um die Austragung von Olympischen Spiele und internationalen Sportveranstaltungen bewirbt," sagt Sven Teske Olympia-Sprecher von Greenpeace Deutschland in Sydney. "Das internationale Olympische Komitee versprach den Umweltschutz als drittes Ziel der Olympischen Bewegung, nach Sport und Kultur, aufzunehmen. Wir haben dafuer unsere Erfahrungen bei der Vorbereitung der ersten "gruenen Spiele" dokumentiert, um Lehren daraus zu ziehen."
Peking, Paris, Toronto, Istanbul und Osaka bewerben sich zur Zeit um die Austragung der Olympischen Spiele 2008, Deutschland bekam erst kuerzlich den Zuschlag fuer die Fussball-Weltmeisterschaft 2006. Teske: "Internationale Sportveranstaltungen sollten zukuenftig die hier in Sydney gesetzten Standards erfuellen und sogar ueberbieten."
Der Report "Wie gruen sind die Spiele?" beurteilt die sieben Hauptbereiche der Umweltrichtlinien: Sanierung der vergifteten Boeden der Homebush Bay, eingesetzte Techniken fuer Lebensmittel- und Raumkuehlung, Baustoffe, Energieversorgung, Wasserversorgung, Abfallmanagement und Verkehrskonzept.
Die Greenpeace-Erfahrungen wurden in acht Eckpunkten zusammengefasst: 1. Rechtzeitig vor dem Baubeginn klare Umweltrichtlinien festlegen 2. Messbare Kriterien zur Beurteilung und Pruefung der Umweltrichtlinen gesetzlich vorschreiben 3. Verpflichtung zur vollstaendigen Dokumentation aller Baumassnahmen 4. Unabhaengige Kontrolle gewaehrleisten 5. Verantwortliche Umweltbeauftragte benennen 6. Internationale Erfahrungen in Bereich Umweltmanagement und Umwelttechnik nutzen 7. Kontinuierliche Dialogbereitschaft mit allen Beteiligten sicherstellen 8. Klare und informative Oeffentlichkeitsarbeit gewaehrleisten.
Die Einhaltung dieser Punkte sind die organisatorische Voraussetzung fuer eine erfolgreiche Umsetzung von gruenen Spielen und sollten auch fuer die Planung der Fussball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland beachtet werden. "Die Erfahrungen in Sydney sind uebertragbar auf andere oekologische Bauprojekte fuer sportliche Grossveranstaltungen auf der ganzen Welt," so Teske.
|
|
|