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Test : Diätdrinks Ganz schön slim |
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Formula-Diäten nähren den Traum vom schnellen Abnehmen: einfach Pulver anrühren, trinken und die Pfunde purzeln. Doch Ernährungsexperten lehnen die Schlankheits-Drinks ab.Immerhin vier Produkte schneiden mit "gut" ab. Wenn wir ehrlich sind, wissen wir's doch ganz genau: Gegen überflüssige Pfunde helfen auf Dauer weder radikale Hungerkuren noch Wunderpillen, deren Werbung uns vorgaukelt, wir könnten im Handumdrehen schlank werden. Doch wider alle Vernunft lassen wir uns nur zu gern von Mittelchen verführen, die uns genau das versprechen. Schließlich wollen wir doch nur mal eben die paar Kilos loswerden, die uns noch vom Traumgewicht trennen. Und wenn wir das erreicht haben, ist es schließlich immer noch früh genug, die guten Vorsätze wie regelmäßige Bewegung und ausgewogene Ernährung umzusetzen. Auch Formula-Diäten suggerieren den schnellen Erfolg an der Anti-Fett-Front. Die Instant-Konzentrat-Pulver rührt man mit Wasser oder fettreduzierter Milch an und ersetzt damit einzelne Mahlzeiten oder sogar eine ganze Tagesration. Die kalorienarmen Drinks gibt's aber auch trinkfertig zu kaufen. Formula-Diäten weisen einen konstanten Energie- und Nährstoffgehalt auf, der in der Diät-Verordnung geregelt ist. In der Tat purzeln die ersten Pfunde schnell, da die Pülverchen nicht mehr als 1200 Kilokalorien pro Tag liefern. Dennoch sind sie nicht für Übergewichtige geeignet, kritisiert etwa die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), da sie nicht bei den Ursachen des Übergewichts ansetzen und keine Ernährungsumstellung bewirken. Außerdem ist die Brei-Kost auf Dauer so eintönig, dass die Gefahr besteht, dass der Appetit auf Herzhaftes übermächtig wird und man dann umso hemmungsloser zuschlägt. Doch auch gesunde, normalgewichtige Menschen, so die DGE, sollten besser die Finger von den Schlankheits-Drinks lassen. Denn es können Komplikationen wie Herzmuskelschwund, Herzrhythmusstörungen, Haarausfall, Gallensteine, Schwindel, Müdigkeit, Depressionen oder Osteoporose auftreten, vor allem wenn die vorgeschriebenen Portionen nicht eingehalten oder zu wenig Flüssigkeit zu sich genommen wird. Wir haben 13 Formula-Drinks in Drogerien, Apotheken oder im Direktvertrieb gekauft. Sofern erhältlich, wählten wir die Geschmacksrichtung Schokolade. Das sind die Testergebnisse Kein Produkt schneidet "sehr gut" ab. Denn alle sind für eine langfristige Lösung der Gewichtsprobleme ungeeignet. Vier Diät-Drinks enthalten Bestandteile von gentechnisch verändertem Soja. Die gefundenen Sequenzen sind typisch für das Gen-Soja der amerikanischen Firma Monsanto, dessen Pflanzen resistent gegen das Unkrautvernichtungsmittel Roundup sind. Da bei gentechnisch manipulierten Lebensmitteln mit einem erhöhten Allergie-Potenzial zu rechnen ist, werten wir diese Produkte um zwei Stufen ab. Allerdings liegt der Anteil des Gen-Sojas bei allen vier Produkten unter einem Prozent; das heißt, er muss nicht deklariert werden, sondern gilt als "zufällige Verunreinigung". Grundlage für die Zusammensetzung der Pülverchen ist§ 14 a der Diät-Verordnung. Darin ist geregelt, welche Nährwerte, Vitamine und Mineralstoffe in welcher Höhe pro Tag oder Mahlzeit in den Drinks enthalten sein müssen. Zwei Produkte erfüllen diese Anforderungen nicht. Bei Almased fehlen die vorgeschriebenen essenziellen Fettsäuren. Die soll der Verbraucher selbst über die Zugabe von fünf Gramm "z. B. Sonnenblumenöl" ergänzen. Doch das ist zum einen schwer dosierbar, zum anderen besteht die Gefahr, dass der Verbraucher das Öl einfach weglässt, um noch mehr Kalorien zu sparen, und dann zu wenig wichtige Fettsäuren aufnimmt. Almased enthält zudem keine und MegaSlim Aktivkost zu wenig Ballaststoffe, die aber für eine gesunde Ernährung notwendig sind. Auch die Deklaration der Instant-Pulver ist in der Diätverordnung streng reglementiert. So dürfen Diätprodukte, die zum Ersatz einer Tagesration bestimmt sind, nur mit der Verkehrsbezeichnung "Tagesration für gewichtskontrollierende Ernährung" verkauft werden. Entsprechendes gilt für den Ersatz von Mahlzeiten. Lediglich das Produkt The Cambridge Diet erfüllt diese gesetzliche Anforderung nicht. Außerdem müssen bestimmte Hinweise auf den Verpackungen stehen - je nachdem, ob die Drinks Ersatz für eine Mahlzeit oder eine komplette Tagesration sind. Bei bioNorm prebiotic, Modifast Drink und The Cambridge Diet fehlen diese Hinweise. Es ist verboten, bestimmte Angaben über die Wirkung der kalorienarmen Lebensmittel zu machen, etwa über die Höhe oder die erforderliche Zeit einer möglichen Gewichtsabnahme. Zwei Hersteller halten sich nicht daran und kassieren dafür einen Minuspunkt. Produkte, die einen hohen Anteil Magermilchpulver enthalten, haben wir auf das Schimmelpilzgift Aflatoxin M1 untersuchen lassen. In dem Produkt bioNorm prebiotic des Herstellers Merck fanden wir Spuren, die gesundheitlich aber nicht bedenklich sind. Kakaopulver kann mit dem Schimmelpilzgift Ochratoxin A (OTA) belastet sein. Diät-Drinks mit einem hohen Kakao-Anteil haben wir daraufhin untersuchen lassen. Bei fünf Produkten wurden Spuren nachgewiesen. Ochratoxin A ist ein Hinweis darauf, dass bei der Herstellung angegammelte Kakaobohnen verwendet wurden. Da jedoch alle unter dem Richtwert des Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) von 3 Mikrogramm pro Kilogramm (µg/kg) liegen, werten wir nicht ab. Was tun? Ernährungsexperten raten davon ab, Formula-Diäten über einen längeren Zeitraum durchzuführen. Bei sehr starkem Übergewicht können sie - allerdings nur unter ärztlicher Kontrolle - als Einstieg zur langfristigen Gewichtsreduzierung sinnvoll sein. Oder, wenn sehr schnell viele Kilos weichen müssen, etwa vor Operationen. Wichtig ist dabei ein begleitendes Training, um falsche Essgewohnheiten dauerhaft zu ändern. Wer sich für eine Formula-Diät entscheidet - und sei es auch nur für ein paar Tage - sollte unbedingt darauf achten, mindestens zwei Liter Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Dafür eignen sich am besten kalorienfreie Getränke wie ungesüßter Früchte- oder Kräutertee sowie Mineralwasser. Auf Dauer helfen gegen überflüssige Pfunde und den gefürchteten Jo-Jo-Effekt nach einer Diät nur eine ausgewogene Ernährung, eine Umstellung des Essverhaltens und Bewegung. Wer sich allein nur schwer disziplinieren kann, findet den Einstieg vielleicht leichter über eine Gruppe Gleichgesinnter. Da die Zusammensetzung der Formula-Diäten über die Diät-Verordnung geregelt ist, sind qualitative Unterschiede so gut wie ausgeschlossen. Es lohnt sich also auf jeden Fall ein Preisvergleich. Wie viel darf's sein? Lange Zeit wurde das Normalgewicht mit der Formel "Körpergröße in Zentimetern minus 100" berechnet; für das Idealgewicht wurden davon noch einmal 15 Prozent abgezogen. Diese Berechnung gilt mittlerweile als überholt. Zuverlässiger und aussagekräftiger ist die Errechnung des BMI (Body Mass Index): Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern. Ein Beispiel: Sie sind 1,65 Meter groß und wiegen 62 Kilogramm, dann ergibt sich ein BMI von 62: (1,65 x 1,65) = 22,7. Wer einen BMI von weniger als 20 hat, ist untergewichtig. Bei einem BMI von 25 beginnt Übergewicht, wer einen BMI ab 30 hat, leidet unter starkem Übergewicht oder Fettsucht. Autor: Annette Dohrmann |
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| info@oekotest.de | Datum:
31.01.2002 Uhrzeit: 08 : 23 |
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Diese Nachricht stammt aus dem Angebot von http://www.oekonews.de Ausgedruckt am 11.02.2012 um 14:32:48 Uhr |
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