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<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:6.0pt;text-align:justify"><strong style="mso-bidi-font-weight:normal">D&uuml;sseldorf, 16. Oktober 2014. Die gestrige Bekanntgabe der EEG-Umlage f&uuml;r 2015 durch die &Uuml;bertragungsnetzbetreiber nimmt Dr. Thomas E. Banning, Vorstandsvorsitzender der NATURSTROM AG, zum Anlass, die H&ouml;he der Umlage zu kritisieren:</strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:6.0pt;text-align:justify">&bdquo;Die EEG-Umlage sinkt zum Jahreswechsel leicht von 6,24 auf 6,17 Cent pro Kilowattstunde. Damit wird die Umlage 2015 wie auch in diesem Jahr h&ouml;her als n&ouml;tig ausfallen, eine sp&uuml;rbare Senkung auf weniger als 6 Cent w&auml;re m&ouml;glich gewesen. Denn der Berechnung der EEG-Umlage liegen verschiedene Sch&auml;tzungen zugrunde &ndash; und diese Sch&auml;tzungen sind zu hoch, wie schon im aktuellen Jahr deutlich wurde. Das EEG-Konto verf&uuml;gt statt eines einkalkulierten Minus &uuml;ber ein sattes Plus. Die B&uuml;rger haben also trotz einer Kostennachholung, um den negativen Kontostand des Vorjahres auszugleichen, mehr gezahlt, als an Ausgaben anfiel. Dieser Effekt wird 2015 noch deutlicher auftreten, denn im Gegensatz zu diesem Jahr befindet sich das EEG-Konto zum Jahreswechsel dann bereits im Plus. Weshalb sollen die B&uuml;rger mehr in den EEG-Topf zahlen, als notwendig? Auf den Konten der vier &Uuml;bertragungsnetzbetreiber entstehen dadurch Guthaben in Milliardenh&ouml;he. Zugleich wird den B&uuml;rgern weisgemacht, dass die H&ouml;he der EEG-Umlage ein Beweis daf&uuml;r ist, dass die Erneuerbaren Energien zu teuer seien.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:6.0pt;text-align:justify">Erschwerend hinzukommt, dass die B&uuml;rger und kleinen Unternehmen die Kosten der Energiewende auch f&uuml;r die Gro&szlig;industrie und andere weitgehend von der Umlage befreite Stromabnehmer tragen &ndash; entgegen aller Beteuerungen aus dem Bundestagswahlkampf. Die EEG-Umlage muss endlich wieder auf deutlich mehr Schultern verteilt werden! Um das Ausma&szlig; zu verdeutlichen: W&uuml;rden die Industrieprivilegien komplett gestrichen, so w&uuml;rde die EEG-Umlage nur bei etwa 4,8 Cent je kWh liegen. 2014 verursachen die privilegierten Industriebetriebe ca. 22 Prozent des umlagepflichtigen Stromverbrauchs, ihre Zahlungen ins EEG-System machen aber nur 1,7 Prozent des auf alle Stromkunden in Deutschland umgelegten Betrags aus. Dabei sind es h&auml;ufig genau jene Unternehmen, die ihren Strom direkt an der B&ouml;rse beschaffen und daher unmittelbar von den drastisch gesunkenen Gro&szlig;handelspreisen profitieren.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:6.0pt;text-align:justify">Einen steigernden Einfluss auf die EEG-Umlage hat au&szlig;erdem der nicht funktionierende, EU-weite Markt f&uuml;r CO2-Zertifikate. Denn der am Boden liegende Preis f&uuml;r CO2-Verschmutzungsrechte dr&uuml;ckt am Gro&szlig;handelsmarkt f&uuml;r Graustrom die Strompreise. Niedrige Preise an der Stromb&ouml;rse sorgen wiederum f&uuml;r eine hohe Umlage. Hier wird deutlich, dass in der EU-Kommission und in der Bundesregierung die energiepolitischen Weichen falsch gestellt sind: Den Interessen der global agierenden Konzerne wird jedes vern&uuml;nftige und nachhaltige Engagement f&uuml;r Ressourcenschonung sowie den Umwelt- und Klimaschutz geopfert. Die B&uuml;rger zahlen daf&uuml;r die Zeche. Zudem wird Ihnen eingeredet, dass die H&ouml;he der von Ihnen zu tragenden Kosten unvermeidlich und zugleich ein Signal daf&uuml;r sei, dass die Erneuerbaren unwirtschaftlich und deshalb auf ihrem Erfolgskurs massiv einzuschr&auml;nken seien. Die CO2-Emitierung muss endlich einen angemessenen Preis bekommen, der die Umweltsch&auml;den, die der Allgemeinheit entstehen, widerspiegelt. Dann erledigt sich auch der uns&auml;gliche Boom der besonders klimasch&auml;dlichen Braunkohlekraftwerke.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:6.0pt;text-align:justify">Von der j&uuml;ngsten EEG-Novelle geht dagegen keine senkende Wirkung auf die EEG-Umlage aus. Denn neue Wind- und Solarparks produzieren schon l&auml;ngst so g&uuml;nstig Strom, dass der Zubau die Umlage kaum noch beeinflusst &ndash; auch schon vor den im Rahmen der Novelle beschlossenen Verg&uuml;tungsk&uuml;rzungen. L&auml;ngst sind Solar- und Windparks bei den Stromgestehungskosten mit neuen Atom-, Gas- oder Steinkohlekraftwerke mindestens auf Augenh&ouml;he. Wenn die EEG-Reform vom Sommer tats&auml;chlich irgendwas senkt, dann das Tempo der Energiewende.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:6.0pt;text-align:justify">NATURSTROM fordert, die wahren Kosten der fossilen und nuklearen Energiewirtschaft endlich einzupreisen und die Erneuerbaren Energien nicht durch politische Winkelz&uuml;ge bewusst zu verteuern. Die EEG-Umlage, so wie sie nun f&uuml;r 2015 festgelegt wurde, setzt ein falsches Signal.&ldquo;</p>




drees@naturstrom.de Datum: 16.10.2014
Uhrzeit: 15 : 15

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Ausgedruckt am 19.11.2019 um 04:27:01 Uhr