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    Der Präsident des Naturschutzbundes NABU, Jochen Flasbarth, hat die vollständige und flächendeckende Umstellung der Landwirtschaft auf eine naturverträgliche Wirtschaftsweise gefordert. Die Förderung des ökologischen Landbaus mit dem ersten Etappenziel, den Anteil dieser Wirtschaftsweise innerhalb von fünf Jahren von etwa zweieinhalb auf zehn Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche zu steigern, sei zwar eine zentrale Zielstellung der neuen Agrarpolitik. "Aber auch auf den anderen neun Zehnteln dann immer noch konventionell bewirtschafteter Agrarfläche muss so gearbeitet werden, dass die Natur erhalten, die Umwelt nicht belastet und den Verbrauchern gesunde Lebensmittel angeboten werden", forderte Flasbarth auf einer Tagung der Arbeitsgemeinschaft ökologischer Landbau, AGÖL, im Rahmen der Grüne Woche in Berlin. Ein erster Prüfstein für die neue Agrarpolitik von Bundeskanzler Schröder sei die anstehende Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes. "Grundlegende Anforderungen des Naturschutzes müssen zu verbindlichen Regeln für das landwirtschaftliche Gewerbe werden", so der NABU-Präsident. So würden etwa heute immer noch traditionell als Wiesen und Weiden genutzte Flächen in biologisch wertlose Maisäcker umgewandelt und dies auch noch durch eine Silomaisprämie auf Kosten der Steuerzahler belohnt. "Ein Ergebnis dieser Fehlsteuerung ist, dass heute etwa drei Viertel aller Vögel der Agrarlandschaft auf den Roten Listen der gefährdeten Tierarten stehen", sagte Flasbarth. Die zentrale Stellgröße der proklamierten Agrarwende ist für den NABU die konsequente Bindung der Viehhaltung an die Fläche. Eine Obergrenze von zwei sogenannten "Großvieheinheiten", also etwa zwei Rindern pro Hektar Agrarfläche und Betrieb würde etliche Probleme auf einen Streich lösen, von der artgerechteren Tierhaltung über das Problem der Nährstoffimporte durch Kraftfutter bis zur Entsorgung der Gülle und der Nitratverseuchung des Grundwassers in weites Teilen der Republik. "Nebenbei bekommen Regionen wieder eine Chance, deren Schicksal derzeit auf der Kippe steht, wie etwa die Eifel oder vergleichbare Mittelgebirgslagen", betonte der NABU-Präsident. Es sei eigentlich unvorstellbar, dass die beiden grünen Bundesminister Künast und Trittin die mit einer neuen Agrarpolitik verbundenen Chance ungenutzt verstreichen lassen, so Flasbarth weiter.

     
     
    08.02.2001
    07 : 23


     
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