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    Test : Kondome

     

    Auf Nummer sicher Seit Beginn der großen Aids-Aufklärungskampagne Ende der 80er-Jahre ist der"Pariser" in weiten Teilen der Bevölkerung selbstverständlich geworden. Gut, dass wiran den 13 untersuchten Kondomen kaum noch etwas auszusetzen haben. Noch vor 15 Jahren hatten drei von vier Deutschen in der Altersgruppe zwischen 16 und 65 Jahren keine Erfahrung mit Präservativen. Das hat sich gründlich geändert: Heute geben 85 Prozent an, sie hätten schon Kondome benutzt; unter zehn Singles bis 45 Jahre ist statistisch nur noch einer, der nicht weiß, wie das mit den Überziehern geht. Diese Zahlen stammen aus dem neuesten Bericht der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), in deren Auftrag Marktforschungsunternehmen die Deutschen seit 1984 gezielt zur Verwendung von Kondomen befragen. Im Jahr 2000 wurden in Deutschland 207 Millionen Präservative gekauft. Seit Mitte 1998 dürfen in Europa nur noch Kondome über den Ladentisch gehen, die nach der Euro Norm DIN EN 600 von einem zertifizierten Hersteller produziert wurden. Solche Produkte erkennt man am CE-Zeichen. Andere Gütesiegel setzen auf strengere Kontrollen. So kann ein Gummi erst das DLF Kondom der Deutschen Latex-Forschungs- und Entwicklungsgemeinschaft (DLF) bekommen, wenn jede einzelne Charge der Norm-Prüfung unterzogen wurde und zusätzliche unabhängige Prüfungen von außen stattgefunden haben. Noch strenger ist das O.K.-Zeichen des Schweizer Vereins "Gütesiegel für Präservative". Dort haben sich - nicht wie bei der DLF Hersteller - Verbraucherschutz-Organisationen, die Aids-Hilfe Schweiz und das Schweizer Bundesamt für Gesundheit zusammengetan. Der Verein schreibt unter anderem vor, dass jede produzierte Charge von einem unabhängigen Labor geprüft wird und zusätzlich zu den Anforderungen der Euro-Norm die strengeren Kriterien des Vereins erfüllt. So muss der Mittelwert des Berstvolumens aller geprüften Kondome 28 Liter betragen. Zudem dürfen die einzelnen Präservative von diesem Mittelwert nicht extrem nach unten abweichen. Normiert ist auch die Mindestgröße von Kondomen: Nach der DIN EN 600 müssen alle Kondome mindestens 170 Millimeter lang und 44 bis 56 Millimeter breit sein. Diese Vorschrift ist immer wieder Anlass zu Nachrichten, diese oder jene Nation liege - was die Penisgröße angeht - über oder unter dem europäischen Durchschnitt. Mittlerweile gibt es in Apotheken und Drogerien sogar eine praktische Messhilfe: Mit dem so genannten Condometer kann Mann in Ruhe Maß nehmen, damit er künftig die richtige Kragenweite erwischt: Für schlanke Typen ist die Auswahl allerdings noch recht dürftig. Für unseren aktuellen Test wollten wir nicht nur wissen, ob die Gummis tatsächlich so stabil und dehnbar sind, wie sie sein sollen, sondern auch, ob sie gesundheitsgefährdende Stoffe enthalten. Deshalb haben wir 13 Kondome aus Kaufhäusern, Kondomerien und Sex-Shops untersuchen lassen - einfache feuchte Modelle. Extra dünne, extra dicke oder Produkte mit samentötender Beschichtung kosten mehr als der Durchschnitt. Am tiefsten muss in die Tasche greifen, wer wegen einer Latex-Allergie auf Plastik angewiesen ist: Fünf Mark pro Stück kostet etwa das Durex Avanti aus Polyurethan. Noch teurer ist das nicht sehr verbreitete PU-Frauenkondom Femidom, das wir ebenfalls untersucht haben. Das sind die Testergebnisse Elf Kondome bekommen die Note "sehr gut", eines schnitt mit "gut" ab. Damit aus dem Naturstoff Latex dehnbare und dichte Gummis entstehen, werden oft bedenkliche Chemikalien verwendet. Aus den Vulkanisationsbeschleunigern bilden sich zum Beispiel Nitrosamine. Diese Stoffe gelten als Krebs erregend. Eine aktuelle Studie kommt jedoch zu dem Schluss, dass die Aufnahme von Nitrosaminen aus Präservativen bei der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs keine Rolle spielt. Da Kondome aber nachweislich vor der Übertragung des humanen Papillomavirus (HPV) schützen, das in neun von zehn Fällen für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich ist, bewerten wir Nitrosamine im Kondom nicht mehr so streng wie bei früheren Tests. Für den Nitrosamingehalt von mehr als 50 Mikrogramm pro Kilogramm in Condomis Nature gibt es trotzdem einen Punktabzug. Denn andere Gummis beweisen, dass die Belastung durchaus geringer gehalten werden kann. Nach den Berstanforderungen der DIN EN 600 dürfen von 200 Kondomen einer Charge nicht mehr als sieben bei einem Druck unter 1,0 Kilo-Pascal (kPa) und / oder einem Volumen unter 18 Litern platzen. Alle untersuchten Latex-Kondome haben diesen Test bestanden. Aus einigen Latex-Produkten ließen sich Proteine und Proteinreste herauslösen, die aus dem Naturkautschuk stammen. Sie sind für Latex-Allergien verantwortlich. Wir werten sie dennoch nicht ab, weil anfällige Menschen sowieso vorsichtig mit Gummi umgehen müssen. Ceylor Gold ist mit der samentötenden Substanz Nonoxinol-9 beschichtet. Dieser Stoff ist das häufigste Spermizid; er soll die Zellwand der Samenzellen zerstören und sie dadurch unschädlich machen. Die Wirkung ist jedoch unsicher. Sicher ist dagegen, dass der Stoff die natürliche Scheidenflora schädigt und so die Anfälligkeit für Scheidenentzündungen und Harnwegsinfekte, möglicherweise sogar für HIV-Infektionen erhöht. Außerdem stecken im Gleitfilm Polyethylenglykole (PEG) als Feuchthaltemittel. Diese Stoffe können die Haut durchlässiger machen und Schadstoffe durch die Haut schleusen. Das Produkt bekommt daher nur die Note "ausreichend". So reagierten die Hersteller Die Lamprecht AG, Hersteller von Ceylor Gold, schrieb uns: "Woher Sie Ihre Weisheit über die Reizungen und Anfälligkeiten zu Harnwegsinfektionen bei diesem Produkt haben, wissen die Götter." Wir haben allerdings - wie bei all unseren Tests - keinen himmlischen Rat eingeholt, sondern berufen uns auf einschlägige Fachliteratur. Was tun? Auch ein Kondom, das nicht die Bestnote erhalten hat, schützt besser vor Aids als kein Kondom. Etwa 2000 Menschen infizieren sich nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts jährlich in Deutschland mit dem Aids-Virus HIV. 85 Prozent dieser Ansteckungen gehen auf das Konto von ungeschütztem Sex. Bei Kondomen mit dem deutschen Gütesiegel DLF Kondom oder dem schweizerischen O.K.-Zeichen wird jede Charge untersucht. Achten Sie auf diese Kontrollzeichen, denn das erhöht die Sicherheit der Kondome. Eine samentötende Beschichtung mit Nonoxinol-9 muss deklariert sein. Benutzte Kondome gehören nicht in die Toilette, sondern in den Hausmüll. Kondome liegen am besten an einem kühlen, trockenen Ort, nicht im direkten Sonnenlicht, im heißen Handschuhfach oder in einem Badezimmerschränkchen, das von Glühlampen erhitzt wird. Öl- oder fetthaltige Cremes oder Gleitmittel greifen Latexkondome an und gehören deshalb weder drunter noch drüber. Bei einem klebrigen, spröden Kondom hat sich das Latex bereits verändert; es sollte weggeworfen werden. Vorm Aufreißen der Schutzfolie sollte man prüfen, ob ein Kissen aus eingeschweißter Luft zu spüren ist. Wenn nicht, könnte nicht nur in der Hülle, sondern auch im Gummi ein Loch sein. Vor allem bei Automatenpackungen lohnt sich eine solche Prüfung. Auch wenn es noch so dringlich ist - reißen Sie die Packung nicht mit den Zähnen auf. Kunststoff statt Latex Für Latexallergiker sind Kondome aus künstlichem Polyurethan (PU), das keine natürlichen Proteine enthält, eine Alternative. Wir haben ein Produkt, das Durex Avanti, von unseren Labors untersuchen lassen: Tatsächlich ist das Produkt frei von problematischen Proteinen und enthält auch keine Schadstoffe wie Polyethylenglykole. Allerdings ist das Material bestenfalls "befriedigend" und kann sicher noch verbessert werden. Denn in unserem Bersttest platzten die 200 Exemplare bei sehr unterschiedlichen Volumina. Leider gibt es für Kunststoffkondome derzeit weder nationale noch europäische Regelungen, welche Berstanforderungen erfüllt werden sollen. Die von uns verwendete Testmethode ist eigentlich für Latexprodukte gedacht. Wir haben auch das PU-Kondom damit untersucht, weil es in der Praxis auch den gleichen Aufgaben standhalten soll. Die großen Schwankungen lassen jedenfalls Zweifel aufkommen an der Qualität der Kunststoffkondome. Anbieter London hält Studien dagegen, nach denen in der Reiß- und Berstfestigkeit kein Unterschied zu Latex besteht. Das Frauen-Einmal-Kondom Femidom , mit 18 mal 8 Zentimetern größer als ein Männer-Gummi, wird mit Hilfe von zwei Ringen in die Scheide gebettet. Ein Gleitmittel hält es geschmeidig, allerdings knistert es und braucht etwas Gewöhnung. "Nichts was die Masse überzeugt, aber eine Alternative bei Latex-Allergie", sagt ein Händler. Bei unserer Untersuchung haben die Labors keine Schadstoffe im Frauenkondom gefunden. Autor: Stefanie Ziegler



     
      URL: http://www.oekotest.de/
    30.08.2001
    08 : 02


     
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